Der Ort Blasewitz und seine Geschichte

Die erste urkundliche Bestätigung des Ortes ist im Jahre 1349 zu finden. Damals überließ Markgraf Friedrich der Strenge von Meißen das Blasewitzer Vorwerk seinem markgräflichen Münzmeister Johann Münzer, auch "Monetarius" genannt. Die damaligen jährlichen Zinsen waren an das Brückenamt abzuliefern.

Die Auswirkungen der Pest, die in dieser Zeit wütete, führte zu Neubelehnungen und schließlich in eine Abhängigkeit zur Kreuzkirche, für die auch Frondienste zu leisten waren. Die drei Frontage mit dem Pfluge, die Blasewitz zu leisten hatte, wurden im Jahre 1494 in das sogenannte Pfluggeld umgewandelt.

Die Situation am Vorabend der Reformation war durch eine gesteigerte Religiosität gekennzeichnet. Der Wunderglaube kursierte und die Heiligen- und Reliquienverehrung wurde missbraucht. Das gipfelte schließlich im Ablasshandel. Um ihr Seelenheil zu erlangen, verschenkten die Menschen ihre Besitztümer beziehungsweise überschrieben diese der Kirche, in deren Folge Blasewitz in die Hand der Kreuzkirche gelangte. Diese schickte einen Diakon (den  Bet-Herrn ), der mit der Seelsorge betraut wurde und alljährlich, zur Pfingstzeit, das Katechismusexamen hielt. Jeder Hausvater musste sich dazu nebst Kindern und Gesinde einfinden. Nichterscheinen wurde mit drei Groschen geahndet. Diese Strafe fiel erst im Jahre 1872 weg. Ebenso waren die Schullehrer verpflichtet, vom Michaelisfest (29. September) bis zu Ostern jeden Sonntag eine Betstunde zu halten.




Alter Dorfplatz

 

Die Gemeinde traf sich damals in der Schule, in der Scheune oder bei schlechtem Wetter in einer großen Bauernstube. Genauso wenig wie einen festen Ort für das Gemeindeleben, besaß Blasewitz einen gemeindeeigenen Friedhof- und besitzt es heute noch nicht. In Kriegs- und Pestilenzzeiten wurden die Toten in den eigenen Gärten beerdigt, ansonsten fanden die Bestattungen bis 1680 auf dem alten Johannesfriedhof, bis 1814 auf dem Eliaskirchhof, bis 1881 auf dem Trinitatiskirchhof und jetzt wieder auf dem neuen Johannisfriedhof bei Tolkewitz statt.


Die meisten Blasewitzer Lehrer waren ehemalige Kruzianer. Sie lebten und arbeiteten unter besonderer Kirchenaufsicht. Nach Einführung der großen italienischen Oper in Dresden mussten sie beispielsweise zur Verstärkung der Chöre mitwirken, Der Lehrer hatte nur ein schmales Gehalt: 68 Pfennige bekam er wöchentlich pro Schüler (etwa 20 Schüler hatte er), weitere Einnahmen bestanden aus Naturalien. Zudem saß er reihum bei den Blasewitzer Bauern zu Tisch und aß sonntags kostenlos in der Dorfschenke, allerdings musste er dafür abends zum Tanz aufspielen.


1876 wurde die neue Schule mit großer Turnhalle fertiggestellt. So konnten endlich ordentliche Gottesdienste und ein regelmäßiger Konfirmandenunterricht sichergestellt werden.

Bilder: Aus "Blasewitz", Sandsteinverlag 1997




Naumanns Palais




Heilig-Geist-

Kirche